Stuttgart liest ein Buch 2015: Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe

“Der Hals der Giraffe” im Stuttgarter Staatstheater

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Im Januar kommt die Dramatisierung von Judith Schalanskys “Der Hals der Giraffe” auf die Bühne in Stuttgart. Armin Petras, der das Stück bereits in Berlin inszeniert hat, greift die Produktion wieder auf. Am 14. und 22. Januar ist das Stück in der Spielstätte Nord in Stuttgart zu sehen. Weitere Termine ab März 2016 stehen aus. Weiterlesen »

Stuttgart las ein Buch – Abschied vom Lesefest 2015

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Konrad Blana (li), Astrid Braun, Günter Guben, Erika Morath und Tatjana Seehoff

Günter Guben spielte die Glücksfee bei der Verlosung der drei Buchpakete vom Verlag Suhrkamp im Wert von je 150,–. Es freuten sich Konrad Blana, Erika Morath und Tatjana Seehoff.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Leserinnen und Lesern für ihre Teilnahme an “Stuttgart liest ein Buch” und freuen uns auf die nächste Ausgabe in 2017.

Roman versus Hörspiel

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Günter Guben und Astrid Braun in der Diskussion über das Hörspiel (Foto: Michael Seehoff)

Ein persönlicher Eindruck über den Abend von Mitarbeiter Fabian Neidhardt

“Nachdem die Veranstaltung eigentlich für das Café im oberen Bereich der Bibliothek geplant war, wurde sie spontan in den größeren Max-Bense Saal verlegt, was teilweise für Verwirrung, größtenteils aber für Freude gesorgt hat. Astrid Braun, Chefin des Stuttgarter Schriftstellerhauses und Projektleiterin von Stuttgart liest ein Buch, begrüßte die Gäste höchstpersönlich am Eingang des Saales, mit einem Lächeln und der Frage, ob die Besucher denn nicht noch beim Gewinnspiel von Suhrkamp mitmachen wollen. Was für ein Glück! Weiterlesen »

Wolfgang Tischer und Lilian Wilfart geben eine Inge Lohmark

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Wolfgang Tischer und Lilian Wilfart (Foto: Susanne Martin)

In der Schiller-Buchhandlung in Vaihingen liehen zwei Sprecher ihre Stimme der Hauptfigur Inge Lohmark. In einer mitreißenden Lesung teilten sich Wolfgang Tischer und Lilian Wilfart das Innen und Außen der eigensinnigen Biologielehrerin Inge Lohmark. Heraus kam die dramatisierte Fassung eines als Rollenprosa angelegten Textes – sehr zur Freude der Gäste, die so eine weitere Interpretation “hören” konnten.

Trost und Erbarmen im “Hals der Giraffe”

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Die drei Stadtpfarrer diskutieren in der Hospitalkirche über Inge Lohmark: Christoph Hildebrandt-Ayasse, Eberhard Schwarz, Matthias Vosseler (v.l.n.r.) Foto: Michael Seehoff

In der Hospitalkirche diskutierten die drei evangelischen Stadtpfarrer Christoph Hildebrandt-Ayasse (Leonardskirche), Eberhard Schwarz (Hospitalkirche) und Matthias Vosseler (Stiftskirche) über “Der Hals der Giraffe”. Drei wesentliche Aspekte kamen dabei zur Sprache: das Verhältnis von Schöpfung und Evolution, die deutsch-deutsche Geschichte mit Schwerpunkt auf die Glaubensfrage in der ehemaligen DDR sowie die Frage nach Entwicklung im Roman im Hinblick auf Trost und Hoffnung.

Während Eberhard Schwarz seinen Vortrag mit einigen Gedichten von Wisława Szymborska und Hans Magnus Enzensberger zum Text von Schalansky kontrastierte, ging Matthias Vosseler auf seinen Unterricht mit SchülerInnen ein, die Wissenschaftsgeschichte und Schöpfungsgeschichte einander gegenübergestellt haben. Christoph Hildebrandt-Ayasse konzentrierte sich auf das Thema Religion und Kirche in der ehemaligen DDR und arbeitete genau einige Stellen des Romans heraus, die Hinweise auf Maler wie Caspar David Friedrich geben und so indirekt eine andere Weltsicht vermitteln als die “nackten” Wissenschaftsgedanken.

Sehr intensiv wurde mit dem anwesenden zahlreichen Publikum der Schluss des Romans diskutiert. Während einige in dem Roman das reine Scheitern der Hauptfigur Inge Lohmark sehen, entfaltet sich nach Meinung anderer ZuhörerInnen gerade hier ein Aspekt der Gnade und des Trostes – es deutet sich eine Entwicklung an. Die Schönheit der Natur transzendiere das Faktische, auch für Lohmark bedeute dieses Erleben eine positive Wendung.